Brauchtum
„Krampus" ist der Name für den wilden
und zottigen Begleiter des Heiligen Nikolaus. Krampusse treten meist in größeren Gruppen auf. Die traditionellen Gewänder und Masken werden in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Die Zeit der
Krampusse sind der 6.Dezember und die Tage unmittelbar davor.
"Perchten" sind
Schreckensgestalten, die in den Alpengebieten von Österreich und Bayern verbreitet sind. Perchten erscheinen einzeln und in verschieden großen Gruppen, speziell an drei bestimmten Winterabenden
und -nächten, den „rauhen Nächten". In der Nacht vor Nikolaus (6.Dezember), zu Wintersonnwend (22.Dezember) und vor Dreikönig (6.Januar). Mit den mitgetragenen Glocken oder anderen
Lärminstrumenten soll der Winter ausgetrieben werden. Der Besuch von Perchten wird bisweilen im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten
Ihr Name leitet sich vermutlich von der Sagengestalt der Perchta ab. Eine andere Theorie zur Namensgebung geht davon aus, dass sich der Begriff von Epiphanias, dem Dreikönigsfest am 6. Januar, ableitet.
Geschichte des Perchten-Brauchtums
Die Percht als Teil der Wilden Jagd war bereits in der Antike fester Bestandteil der Neujahrszeremonien. Mit der zunehmenden Christianisierung im Alpenraum zu Beginn des Mittelalters wurde die
Perchta-Holla dann zunehmend zur Gestalt der "domina Berchta", einer Personifierung der Trägheit und Verschwendungssucht. Eine Übertragung des Namens der Prechta auf die sie begleitenden Dämonen
und Geister findet man erstmals im 16. Jh.. Deren wildes Treiben wurde in den folgenden Jahrhunderten allerdings zunehmend als unchristlicher Aberglaube abgetan und es gab Anstrengungen seitens
der katholischen Kirche dieses Brauchtum zu unterbinden. Eine Renaissance erlebten die Perchtenkulte erst wieder mit der Säkularisation und einer sich ändernden Einstellung zur Volkskultur im 19.
Jh.
Vermehrt bis in die 50er Jahre und vereinzelt noch heute finden sich in manchen Orten Österreichs, Süddeutschland und den Alpen die Perchtenläufe, insbesondere in der Zeit um den 5. Dezember und
in der Nachweihnachtszeit (den sogenannten 12 Rauhnächten von Heiligabend bis Dreikönigstag). Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten.
Viele der heutigen Perchtaufführungen sind aber eher als touristische Attraktion, denn als lebendiges Brauchtum zu bewerten. Es existieren jedoch noch eine Vielzahl von sogenannten Passen,
Vereinigungen, die Perchtenkostüme herstellen und Perchtenläufe veranstalten.